

Präsident Keggenhoff erhält eine Dankesblume

Schirmherrin Malu Dreyer

Aufführung des Rollstuhltanzes „Unter dem Meer“

Große Freude bei der Scheckübergabe an Malu Dreyer

Schulleiter Karl-Ludwig Küster (3 v.r.) führt die Gäste durch das neue Schwimmbad.
Dass die 9,5 Millionen Euro gut investiert worden sind, davon überzeugten sich Sozialministerin Malu Dreyer, Präsident Werner Keggenhoff, Landrat Rainer Kaul sowie viele weitere Gäste, die der Einrichtung in vielfältiger Weise verbunden sind. Zu den Ehrengästen zählten weiterhin alle an den Arbeiten beteiligten Ingenieure und Fachleute des ausführenden Landesbetriebes LBB.
Präsident Keggenhoff begrüßte die Gäste und schloss seine Rede mit den Worten: „ … Wenn ich mich mal kurz zurückbesinne, dann war es Anfang 2008, als der LBB als unser Vermieter auf mein Landesamt zukam und uns sehr interessante Pläne für eine sogenannte Revitalisierung dieser Schule vorstellte. Heizung, Wasserleitungen, Schwimmbadtechnik – alles war marode und dringend sanierungsbedürftig. Trotzdem wäre die Erneuerung von Sporthalle und Schwimmbad im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, weil wir keine Lösung für die Finanzierung fanden. Aber dann ging es uns ein bisschen wie dem traurigen armen Mädchen in Grimms Märchen vom Sterntaler. Auf einmal fielen die Sterne vom Himmel und waren lauter blinkende Taler. Das Konjunkturpaket bescherte uns das notwendige Geld, das wie vom Himmel gefallen kam. Wir haben es gern aufgehoben und dieses Geschenk des Himmels hier gut angelegt.“
Die Schirmherrin, Ministerin Malu Dreyer, lobte in ihrem Grußwort den gelungenen Umbau zu einer rundum modernisierten und energetisch sanierten Sporthalle, die nach der Bauzeit endlich wieder den rund 200 beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht.
Sie hob hervor, dass gerade für blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder und Jugendliche eine gezielte Bewegungserziehung und Bewegungsförderung unerlässlich ist. „Die üblichen Bewegungsmöglichkeiten und sportlichen Aktivitäten sind für blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder und Jugendliche nur stark eingeschränkt nutzbar“, erklärte Dreyer. Auch fehle sehgeschädigten Kindern die Möglichkeit, Bewegungen in erster Linie durch Nachahmung zu lernen. Deshalb freue sie sich besonders über die Wiedereröffnung der Sporthalle, die ab sofort eine individuelle und nachhaltige Bewegungsförderung der Schülerinnen und Schüler wieder möglich mache.
In einer „sportlichen“ Feierstunde in der Turnhalle boten Schüler aller Bildungsgänge einen Einblick in ausgewählte Aspekte der Sportausübung sehbeeinträchtigter Menschen und demonstrierten ihre jeweils spezifischen Fähigkeiten.
Zu Beginn motivierten die Kinder der integrativen Kindertagesstätte gut gelaunt zum Wandern mit ihrem Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Die Judo AG lieferte eindrucksvolle Darbietungen der Selbstverteidigung, die Goalball AG machte die Gäste im Rahmen einer kleinen Spielsequenz mit einem „typischen“ Mannschaftsspiel für Sehgeschädigte bekannt. Das Ziel dieses Spiels besteht darin, den „hörbaren“ Ball ins gegnerische Tor zu rollen und möglichst viele Treffer zu erzielen.
Neben Judo und Goalball stellen Rhönradfahren, Rad-(=Tandem)fahren, Klettern, Skilanglauf, Leichtathletik, gezieltes Fitnesstraining an Geräten und im Besonderen Schwimmen geeignete Sportarten und Bewegungsmöglichkeiten für blinde und sehbehinderte Men-schen dar. Schwimmen als Unterrichtsfach hat in der Neuwieder Schule eine lange Tradition, denn sie war die erste Blindenschule in Deutschland, die Schwimmen 1926 als Unterrichts-fach einführte.
Während der Feierstunde wurde das Schwimmen „als Trockenübung“ durchgeführt: Schülerinnen und Schüler der Abteilung ganzheitliche Entwicklung gaben mit ihrem Rollstuhltanz „Unter dem Meer“ einen Einblick in die Unterwasserwelt des Schwimmens.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe eines Schecks an Frau Ministerin Dreyer in Höhe von 4354,65 Euro zugunsten der Aktion Tagwerk. Die Schüler wollten auf eine ganz besondere Art „Danke“ sagen, denn sie wissen, dass nicht alle Kinder dieser Welt über so eine schöne Schule mit einem so tollen Sportgebäude verfügen. Sie beschlossen, einen Spendenlauf durchzuführen, um mit dem Erlös Bildungsprojekte für Kinder in Afrika zu unterstützen. Bei strahlendem Sonnenschein sind alle Schüler am 6. September auf dem Sportplatz ungefähr 1400 Runden gelaufen oder mit dem Rollstuhl gefahren, im Schnitt fast jeder 4 km.
Nach der Feierstunde nutzten viele Gäste die Gelegenheit zur Besichtigung der Schwimmhalle. Die gelungene Optik der Halle mit viel Tageslicht, kontrastreicher Farbgebung an Wänden und Bodenbelägen sowie unterschiedlichen Oberflächenstrukturen zur taktilen Orientierung fanden dabei großen Anklang. Perlvorhänge (Wasserstrudel) im Schwimmerbecken signalisieren auf zwei Seiten die Beckenbegrenzung. Das Nichtschwimmerbecken kann stufenlos von 0,30 – 1,30 m den jeweiligen Erfordernissen beim Schwimmen und Bewegen angepasst werden. Spezielle Dämmelemente an Decken und Wänden dienen der Schall- und Geräuschreduktion und damit der besseren akustischen Orientierung.
Eingebettet war die Feierstunde in einen ganztägigen Sport- und Fitnesstag der Einrichtung mit vielen Bewegungs- und Sportangeboten.
