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Impfung
Startseite > Gesundheit > Impfkommission Rheinland-Pfalz > Warum ist der Schutz vor diesen Krankheiten sinnvoll und empfehlenswert?

Warum ist der Schutz vor diesen Krankheiten sinnvoll und empfehlenswert?

Diese Fragen möchten wir Ihnen für folgende Krankheiten beantworten:

  • Diphtherie
  • Haemophilus Influenzae Typ B (HiB)
  • Hepatitis B
  • Humanes Papillomavirus (HPV, Gebärmutterhalskrebs)
  • Masern
  • Meningokokkeninfektion
  • Mumps
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Pneumokokkeninfektion
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Röteln
  • Tetanus
  • Varizellen (Windpocken)

 

 

Schutzimpfung gegen Diphtherie

Die Diphtherie ist eine Infektionskrankheit, deren Symptome meistens durch ein Toxin (Giftstoff) des Diphtheriebakteriums (Corynebacterium diphtheriae) ausgelöst werden. Sehr selten, aber mit dennoch zunehmender Häufigkeit führen auch nicht toxinbildende Corynabacteriae diphtheriae zu Entzündungen der Herzinnenschicht (Endokard). 

Das Bakterium kommt weltweit vor. Der letzte Todesfall an Diphtherie in Deutschland ist im Jahr 1997 aufgetreten. In einigen Teilen der Dritten Welt ist das Bakterium noch stark verbreitet, auch wenn dort die Erkrankungszahlen ebenfalls rückläufig sind (z.B. Russische Föderation, Afghanistan, Indischer Subkontinent, Indonesien, Philippinen, Haiti, einige afrikanische Staaten). Aus diesen Regionen kann die Diphtherie z.B. durch Urlaubsreisende wieder eingeschleppt werden. Bei nachlassender Durchimpfungsrate in der deutschen Bevölkerung könnten so hierzulande wieder Epidemien auftreten. Daher ist es wichtig die Durchimpfungsrate hoch zu halten.

Die Übertragung des Diphtheriebakteriums erfolgt durch Tröpfcheninfektion, bei der Sonderform, der Hautdiphtherie, durch Schmierinfektion.

Typische Symptome sind langsam zunehmende Halsschmerzen, hohes Fieber und Schluckbeschwerden. Im weiteren Verlauf kommen Heiserkeit, ggf. Husten, Schwierigkeiten beim Atmen (Stridor) sowie Lähmungen am Gaumensegel hinzu. Auf den Mandeln und der Rachenschleimhaut entwickeln sich typische grau-weiße oder bräunliche Beläge, die sich bis hin zum Kehlkopf ausbreiten können. Es strömt ein süßlicher Geruch aus dem Mund. Durch Einengung der oberen Atemwege kann es unbehandelt zum Ersticken kommen. Wenn nur die Nasenschleimhaut betroffen ist, tritt ein dünnlüssiges unnd blutiges Sekret aus der Nase aus. Im weiteren Krankheitsverlauf können unter anderem ein beschleunigter Herzschlag, ein Kreislaufkollaps, eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Hirnentzündung (Enzephalitis) Nierenversagen oder Nervenentzündungen (Polyneuritis) auftreten. 

Die Behandlung erfolgt durch sofortige Gabe eines Anittoxins als Immunserum und die Gabe eines Antibiotikums. Gegebenenfalls ist eine intensivmedizinische Betreuung (Beatmung, Mitbehandlung des Herzens, Dialyse) erforderlich.

Die Diphtherie ist also eine gefährliche Erkrankung deren Einschleppung durch Urlaubsreisende jederzeit möglich ist. Die Ausbreitung dieser Erkrankung in Deutschland kann verhindert werden, wenn die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung hoch ist. In Anbetracht der Gefährlichkeit der Krankheit und der guten Verträglichkeit des Impfstoffes sollte die Impfung möglichst allen Personen verabreicht werden, für die die Impfung öffentlich empfohlen ist. Impflücken bestehen insbesondere in den Altersgruppen 5-6 sowie 9-17 Jahren und bei 2/3 der Erwachsenen, die ihre regelmäßigen Auffrischungsimpfungen versäumt haben.

Ausführliche und aktuelle Informationen zur Diphtherie finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

 

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Schutzimpfung gegen Hämophilus influenzae Typ B (HiB)

Die HiB führt bei Kindern zu eitriger Hirnhautentzündung, Sepsis, Entzündung des Kehldeckels oder, seltener, zu Infektionen des Mittelohres, der Nasennebenhöhlen oder der Lunge. Meistens erkranken Kinder bis zum 5. Lebensjahr. Beim Erwachsenen löst HiB eine Entzündung der Atemwege aus, seltener des Herzbeutels.

Der auslösende Erreger, Hämophilus influenzae Typ B, kann sich auf der Rachenschleimhaut ansiedeln und erst bei Schwächung des Körpers zu Krankheitserscheinungen führen.

Die Übertragung zwischen Menschen erfolgt durch Tröpfchen- oder Kontaktinfektion.

Typische Symptome sind plötzliches Fieber, begleitet von Halsschmerzen und Atemnot bis hin zum drohenden Ersticken. Bei einer Sepsis kann eine Streuung der Bakterien in andere Organe (Gelenke, Knochenmark, Herzbeutel, seltener Lunge oder Bauchfell) und somit deren Miterkrankung erfolgen.  Im Falle einer eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) treten Bewusstseinsstörungen auf. Die Kinder sind schwerst krank. Komplikationen wie z.B. Schock und Krampfanfälle sind möglich. Vor Einführung der Impfung sind viele Kinder an der Erkrankung gestorben, wenn nicht rasche intensivmedizinische Hilfe möglich war. Bei den Überlebenden sah man häufig eine Schwerhörigkeit aber auch eine geistige Behinderung.

Eine medikamentöse, antibiotische Therapie ist möglich.

Eine Vorbeugung durch Impfung ist möglich und sollte gemäß der öffentlichen Empfehlung der STIKO erfolgen.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit! 

 

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Schutzimpfung gegen Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die durch das Hepatitis B-Virus ausgelöst wird.

Sie ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben rund 2 Milliarden Menschen weltweit eine Hepatitis B-Infektion durchgemacht, davon sind bis zu 420 Millionen Menschen chronisch infiziert. Pro Jahr werden bis zu 1 Million Todesfälle auf Spätfolgen der Infektion zurückgeführt.

Hepatitis B wird durch Viruspartikel in Körperflüssigkeiten wie Blut oder Geschlechtssekreten von meistens chronisch infizierten Personen übertragen. Der Geschlechtsverkehr ist dabei heute der häufigste Übertragungsweg (geschätzt 60-70 % der Fälle). Nach wie vor sind Drogenabhängige, die sich die Suchtmittel durch Injektion zuführen, besonders infektionsgefährdet. Sie erwerben die Hepatitis B typischer Weise infolge des Mehrfachgebrauchs der Nadeln und Spritzen durch mehrere Personen.  Auch eine Übertragung von der infizierten Schwangeren auf ihr Kind ist möglich.

Typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit und Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute; Dunkelverfärbung des Urins). Bei länger andauernder Gelbsucht entwickelt sich Juckreiz.  Bei chronischem Verlauf (5-10 % der Infizierten) kann sich eine Leberzirrhose (knotiger Umbau der Leber mit letztlich oftmals lebensbedrohenden Spätfolgen) oder auch ein Leberkrebs entwickeln.

Wenn sich Neugeborene bei der Geburt infizieren, werden sie zu 90% eine chronische Hepatitis bekommen. Kinder von Hepatitis B positiven Müttern müssen daher sofort nach der Geburt aktiv und passiv geimpft werden.

Wie bei den meisten Virusinfektionen ist auch die Hepatitis B nur bedingt ursächlich behandelbar. Die chronische Infektion wird über mehrere Monate mit Medikamenten therapiert. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren etwas verbessert.

Die Hepatitis B ist also eine häufige und unter Umständen schwer verlaufende Erkrankung, der durch die Schutzimpfung wirksam entgegen gewirkt werden kann. Ausführliche und aktuelle Informationen zur Hepatitis B finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Wie oft diese Impfung verabreicht werden muss und in welchen Zeitabständen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

 

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Schutzimpfung gegen Humanes Papillomavirus (Gebärmutterhalskrebs)

Das Humane Papillomavirus (HPV) Virus ist weltweit verbreitet. Es wird durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, insbesondere beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Ansteckung bleibt in der Regel unbemerkt.

Es sind heute mehr als 150 Untertypen des HP-Virus bekannt, die mit Ziffern benannt werden. Sie unterscheiden sich in der Ansteckungsfähigkeit und den Krankheitsbildern die durch sie verursacht werden.

Das Virus führt zum Befall von Haut und Schleimhäuten, die durch die Infektion ein unkontrolliertes Wachstum entwickeln können. Wenn das Virus nicht von der körpereigenen Abwehr unschädlich gemacht wird können je nach Virustyp gutartige Tumore wie zum Beispiel Genitalwarzen aber auch Vorstadien bösartiger Erkrankungen entstehen. Als deren bedeutsamste ist hier die Entwicklung des Gebärmutterhalskrebses zu nennen, der meist erst viele Jahre nach der Ansteckung entsteht. Man vermutet darüber hinaus eine Beteiligung des Virus an der Entstehung von Krebserkrankungen der Scheide, des Penis, der Analregion und des Mund-Rachen-Raumes.

Die Übertragung des HPV auf den Gebärmutterhals erfolgt während des sexuellen Kontakts mit einer  infizierten Person. 

Schätzungen zufolge haben circa 80 % der Bevölkerung das Risiko, im Leben eine HPV-Infektion durch zu machen. Die hohe Ansteckungsfähigkeit und weite Verbreitung des Virus führen dazu, dass bereits vor dem 30. Lebensjahr eine sehr hohe Durchseuchung in der Bevölkerung vorliegt.

Jährlich werden in Deutschland ca. 6.500 Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert; ca. 1.600 Frauen sterben pro Jahr an dieser Krankheit. Europaweit ist der Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei jungen Frauen zwischen 15 und 44 Jahren.

Die Mehrzahl der Gebärmutterhalskrebserkrankungen (ca. 70 %) wird durch HP-Viren und hier meist durch die Erregertypen 16 und 18 hervorgerufen. Insgesamt sind derzeit 15 Typen des Erregers bekannt, die bei einer Infizierung des Menschen ein hohes Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Tumors mit sich bringen. Dies ist der Grund dafür, dass neben der HPV-Impfung die Krebsvorsorgeuntersuchung bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt weiterhin bedeutsam ist. Erbmaterial der  Erregertypen 16 und 18 kann bei durchschnittlich 50 % der höhergradigen Krebsvorstufen und in 70 % der Krebstumore nachgewiesen werden.

Ca. 10 % der HPV-Infektionen verlaufen über 12- 24 Monate ohne auszuheilen, also chronisch. Chronische HPV-Infektionen bedeuten ein sehr großes Risiko für die Entstehung von Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses.

Gebärmutterhalskrebs wird abhängig vom Krankheitsstadium, in dem er entdeckt wird, behandelt. Zum Einsatz kommen chirurgische Eingriffe, Strahlenbehandlung und / oder Chemotherapie. Die Behandlung in einem frühen Stadium führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Heilung. Alle Frauen ab dem Alter von 20 Jahren haben daher in Deutschland im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms Anspruch auf eine jährliche gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Dabei untersucht der Gynäkologe äußere und innere Geschlechtsorgane und führt Zellabstrichuntersuchungen (Zytologie, Pap-Test) durch. Bei korrekter Durchführung des Tests und regelmäßiger Inanspruchnahme der Untersuchung können 80 bis 90 Prozent der auffälligen Gewebeveränderungen frühzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.

Die dreimalige Impfung bisher noch nicht infizierter Frauen gegen HP-Viren mit einem der Impfstoffe bietet nach ersten Studienergebnissen einen 97-100 %igen Schutz vor der Entwicklung von Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses mit den Erregertypen 16 und 18. Bei einem anderen Impfstoff wurde ein 93 %iger Schutz erreicht. Damit wären bis zu 70 % aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen zu verhindern.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat die Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen. Sie sollte vor den ersten sexuellen Kontakten abgeschlossen sein, da nur dann ein sicherer Schutz vor einer Infektion möglich ist. Die Impfung wird für Schwangere nicht empfohlen. Über eine Impfung in späteren Lebensjahren liegen bisher keine ausreichenden Erfahrungen vor. Entsprechende Fragen sollten mit dem behandelnden Arzt, bzw. der behandelnden Ärztin sorgfältigen erörtert werden. Zum Aufbau eines umfassenden Impfschutzes ist eine dreimalige Impfung erforderlich.

Somit ist die HPV-Impfung nach jetzigem Kenntnisstand eine wesentliche Errungenschaft zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs und wird als erste echte Impfung gegen Krebs angesehen.

Die Bedeutung der Krebsfrüherkennungsuntersuchung auch bei geimpften Frauen bleibt dennoch unverändert hoch, um auch weiterhin frühzeitig Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können, wenn der Krebs, wie in mindestens 30 % der Fälle zu erwarten, durch eine andere Ursache als HPV 16 oder 18 verursacht ist.

Zwei Todesfälle, jeweils einer in Deutschland und in Österreich, die in zeitlicher Nähe zu einer HPV-Impfung auftraten, haben die Frage aufgeworfen, ob hier ein ursächlicher Zusammenhang zur Impfung bestehen könnte.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat diese Fälle umfassend untersucht. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass die beiden Todesfälle durch die HPV-Impfung ausgelöst wurden. Die Todesursachen standen in beiden Fällen nicht mit der HPV-Impfung in ursächlichem Zusammenhang. 

Die HPV-Impfung kann daher weiterhin gemäß den Vorgaben der STIKO empfohlen werden. Gegenindikationen oder Anwendungsbeschränkungen nach Angaben der Hersteller sind grundsätzlich zu berücksichtigen.

Nach bisherigen Kenntnissen hält die Schutzwirkung der Impfung für mindestens 5, möglicherweise 10 Jahre an. Sobald hierzu neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir sie hier veröffentlichen.

Die Infektion mit HPV 16 und 18 führt bei Männern in der Regel zu keiner ernsthaften Erkrankung. Männer treten allerdings als Überträger des Virus auf Frauen auf. Bisher gibt es jedoch keine ausreichenden Erkenntnisse, ob die Impfung auch bei Männern wirksam ist bzw. zu einer Senkung der Übertragungsrate des Virus auf Frauen führen würde. Auch hier werden in absehbarer Zeit weitere Studienergebnisse erwartet.

Näheres zu der Bewertung der STIKO erfahren Sie hier.

Kondylome (Genital- oder Feigwarzen)

Einer der HPV Impfstoffe beinhaltet darüber hinaus einen Schutz vor den Virustypen 6 und 11, die die wichtigsten Erreger von Genitalwarzen sind.

Genitalwarzen sind die häufigsten gutartigen Tumore im Bereich der äußeren Geschlechtsteile (Genitalregion) und der Analregion und können sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten. 

 

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Schutzimpfung gegen Masern

Masern ist eine häufig schwer verlaufende Virusinfektion, deren Symptome sich im Nasen-Rachen-Raum und an der Haut zeigen.

Die Masern sind weltweit verbreitet. In Deutschland kommt es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen. Die europäische Sektion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Ausrottung der Masern in den nächsten Jahren als Ziel gesetzt. Die Infektion kann erst dann in Deutschland ausgerottet werden, wenn die Durchimpfungsrate für beide Masernimpfungen im frühen Kindesalter über 95 % liegt. Um dieses Ziel erreichen zu können, müsen die Durchimpfungsraten insbesondere für die zweite Masernimpfung weiter gesteigert werden.

Masern werden sehr leicht durch Tröpfcheninfektion (z.B. sprechen, husten, niesen)  von Mensch zu Mensch übertragen. 95% der Ungeimpften erkranken nach dem Kontakt mit dem Erreger.

Typische Symptome sind Husten, Schnupfen, gerötete Augen, Lichtscheu, hohes Fieber, Veränderungen an der Mundschleimhaut und der Haut. Der Hautausschlag beginnt typischerweise hinter den Ohren und breitet sich von dort aus. Komplikationen sind Infektionen durch Bakterien wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung und Durchfall. Einer von 2000 Erkrankten wird eine Gehirnentzündung erleiden. Bei etwa 10-20 % der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20-30% bleiben Schäden am Nervensystem zurück. Sehr selten tritt nach mehreren Jahren eine degenerative Erkrankung des Gehirns (SSPE) auf, die zu schwerer Behinderung und zum Tode führt. Das höchste Risiko für solche Spätfolgen tragen Säuglinge.

Eine ursächliche Therapie ist nicht möglich, lediglich die Symptome können gelindert werden. In der akuten Krankheitsphase sollte Bettruhe eingehalten werden. 

Zur Verhütung dieser ernsten Erkrankung und ihrer möglichen Komplikationen ist es sinnvoll mit einer 2-maligen Impfung vorzubeugen. Die zweite Impfung wird gegeben, weil nicht alle Impflinge nach der ersten eine ausreichende Immunität entwickeln. Bis zu 5 % der Impflinge reagieren in der 2. Woche nach der Injektion mit mäßigem Fieber, flüchtigem Hautausschlag und Symptomen an den Atemwegen.

Ausführliche und aktuelle Informationen zu Masern finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Die erste Impfung wird mit einem Jahr, in besonderen Fällen frühestens ab einem Alter von 9 Monaten, durchgeführt und die zweite 4 bis 8 Wochen später. Wurde die erste Impfung vor einem Alter von 11 Monaten durchgeführt, müssen die zweite Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres sowie eine dritte Impfung im 2. Lebensjahr erfolgen. In Ausnahmefällen kann nach sorgfältiger Abwägung eventuell auch vor 9 Monaten geimpft werden. Näheres dazu entnehmen Sie bitte den aktuellen STIKO-Empfehlungen. 

Bei älteren ungeimpften Kindern und nach 1970 geborenen ungeimpften Erwachsenen oder bei solchen mit nur einer Impfung oder mit unklarem Impfstatus  kann die Impfung nachgeholt werden. Dies ist besonders wichtig bei Erwachsenen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von Immungeschwächten oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten. 

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

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Schutzimpfung gegen Meningokokkeninfektion

Die Meningokokkeninfektion entsteht durch die Einwirkung eines Bakteriums (Neisseria meningitidis), das im Nasen-Rachen-Raum von etwa 10 % der Bevölkerung vorkommt ohne Symptome auszulösen.

Man unterscheidet 12 Untergruppen des Erregers, die mit Buchstaben oder Buchstaben-Zahlenkombinationen bezeichnet werden. Vier dieser Erregergruppen konnten bislang in Deutschland nachgewiesen werden. Ca. 68 % der Fälle in Deutschland verursacht der Meningokokkus B, gegen den es keinen Impfstoff gibt. Impfen können wir jedoch gegen den Meningokokkus C, der für etwa 20-25 % der Erkrankungen in Deutschland verantwortlich ist und der im Krankheitsfall eine besonders hohe Sterberate aufweist.

Das Bakterium ist weltweit verbreitet und führt insbesondere in Afrika und Asien immer wieder zu großen Erkrankungsausbrüchen (Epidemien). Aber auch in Europa treten sich langsamer entwickelnde und kleinere Epidemien auf (Island, Norwegen, Irland, Spanien, Niederlande). In unseren Breiten häufen sich die Erkrankungen im Winter und im Frühjahr.

Die Häufigkeit des Auftretens lag 2007-2009 bundesweit im Mittel bei 0,5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Im ersten und zweiten Lebensjahr liegt sie bei über 10 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, bei den 2-4-Jährigen bei 3-6 Erkrankungen pro 100.000 Erkrankungen. Zunehmend sind auch die 15-19 jährigen Jugendlichen betroffen.

Die Übertragung des Meningokokkenbakteriums erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder engen direkten Kontakt mit einem Erkrankten oder einem Keimträger, der selbst gesund ist.

Typische Symptome sind eine eitrige Hirnhautentzündung (2/3 aller Fälle), eine Sepsis (Eindringen des Erregers in die Blutbahn; umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet; 1/3 aller Fälle) bis hin zum septischen Schock (10-15% aller Fälle), der sehr häufig mit Blutdruckabfall, massiver Gerinnungsstörung und Organversagen  zum Tode führt. Der Beginn der Erkrankung ist häufig uncharakteristisch mit Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum, akutem Kopfschmerz, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Nackensteifigkeit und schwerstem Krankheitsgefühl. Es können neurologische Symptome hinzukommen wie Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Lähmungen oder Koma. Ferner treten häufig ein Hautausschlag oder auch Hauteinblutungen stärkeren Ausmaßes auf, letztere sind dann Zeichen eines septischen Verlaufs. Seltener können auch andere Organe von der Entzündung betroffen werden. 

Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Symptome weniger deutlich ausgeprägt sein, was aber nicht bedeutet, dass die Erkrankung harmloser verläuft, sondern schwerer zu diagnostizieren ist.

In 10-20 % der Fälle kommt es zu Komplikationen wie z.B. Entwicklungsstörungen, Hirnnervenlähmung, halbseitiger Lähmung, Krampfanfällen, Wasserkopf und Taubheit.

Eine antibiotische Therapie ist möglich, allerdings treten zunehmend unempfindlich gewordene Bakterienstämme auf. Auftretende Komplikationen werden entsprechend behandelt, oftmals ist eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich. Es ist immer Krankenhausbehandlung notwendig.

Die Meningokokkenmeningitis ist also eine gefährliche Krankheit, die auch bei uns immer noch regelmäßig jedes Jahr auftritt. Die Impfempfehlung der STIKO aus dem Jahr 2006, die auch eine Impfung aller Kinder ab dem vollendeten 12. Lebensmonat vorsieht, erfolgt in der Hoffnung, dass damit die Krankheitshäufigkeit und die aus der Krankheit resultierenden Folgen wie schwere Komplikationen, Behinderung und Tod reduziert werden können. In Anbetracht der Gefährlichkeit der Erkrankung sollte die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C möglichst allen Personen verabreicht werden, für die sie von der STIKO bzw. öffentlich empfohlen ist. Mit dem Meningitis C-Impfstoff können zwar nicht alle bakteriellen Hirnhautentzündungen in Deutschland verhindert, aber immerhin ca. 20-25 % der besonders schwerwiegenden Fälle vermieden werden.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Website des Robert Koch Instituts. oder bei ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. 

 

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Schutzimpfung gegen Mumps

Die Mumps ist eine virale Entzündung von Drüsen des menschlichen Körpers (z.B. Speicheldrüsen oder der Bauchspeicheldrüse), die durch das Mumpsvirus ausgelöst wird.

Die Mumps ist weltweit verbreitet. In Deutschland kommt es im Abstand von einigen Jahren zu Erkrankungswellen.

Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion, ist aber auch über Gegenstände möglich, die von Speichel des Erkrankten benetzt sind.

30-40 % der Infektionen verlaufen ohne erkennbare Beschwerden ab. Mit zunehmendem Lebensalter der Erkrankten nehmen schwere  Krankheitsverläufe zu. Typische Symptome sind Fieber und Entzündungen der Speicheldrüsen, die durch eine Schwellung im Gesichtsbereich ("Ziegenpeter") sichtbar wird. Begleitsymptome sind Schmerzen beim Kauen und Schlucken sowie Kopfschmerzen. Des Weiteren können folgende Komplikationen auftreten: eine Hirnhautentzündung (1:1000; selten entstehen dauerhaft Schäden), seltener Bauchspeicheldrüsenentzündung, Hoden- oder Eierstocksentzündungen. Bei Erkrankungen im ersten Drittel einer Schwangerschaft kann es zum Verlust des Ungeborenen kommen. Mumps kann über Hodenatrophie zur Sterilität und durch Mittel- oder Innenohrentzündung zu Schwerhörigkeit führen.

Eine Behandlung der Symptome ist möglich, eine ursächliche Therapie nicht.

Der Erkrankung und ihren Folgen kann durch eine Schutzimpfung wirksam entgegen gewirkt werden.

Ausführliche und aktuelle Informationen zur Mumps finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

 

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Schutzimpfung gegen Pertussis (Keuchhusten)

Der Keuchhusten ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöst wird.

Durch die gute Annahme der Impfung für Säuglinge und Kleinkinder und den hohen Durchimpfungsgrad, tritt in dieser Altersgruppe der Keuchhusten nicht mehr so häufig auf. Die Erkrankung betrifft seit 1990 zunehmend Jugendliche und Erwachsene. In den Jahren 2000 bis 2004 waren 71% der Erkrankten 15 Jahre alt oder älter. Das Durchschnittsalter der Erkrankten lag 2008 bei 41,7 Jahren. 

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion bei Kontakt mit einer infektiösen Person oder einem Keimträger, wobei auch Abstände bis zu etwa 1 Meter überwunden werden. Jugendliche und Erwachsene gewinnen als Überträger der Erkrankung an Bedeutung.

Typische Symptome sind anfänglich grippeähnlich (Schnupfen, Husten, mäßiges Fieber, Schwächegefühl), gefolgt von schweren Hustenanfällen mit Herauswürgen zähen Schleims und anschließendem Erbrechen, besonders nachts. Die Erkrankung verläuft über mehrere Wochen bis Monate. Drohende Komplikationen besonders bei Erkrankungen im Kindesalter sind schwerwiegende Atemstillstände bei Säuglingen, Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, selten auch Krampfanfälle oder Gehirnschäden durch Sauerstoffmangel. Die Atemstillstände sind für die schlechte Prognose der Erkrankung im Säuglingsalter verantwortlich.

Die Erkrankung ist medikamentös, insbesondere antibiotisch behandelbar. Der Krankheitsverlauf wird jedoch nur bei frühem Beginn der Behandlung positiv beeinflusst. Leider wird die Diagnose jedoch oft erst spät gestellt. 

Zur Vermeidung dieser ernsten Erkrankung und deren möglichen Komplikationen ist die Impfung gemäß den öffentlichen Empfehlungen sinnvoll. Seit 2009 empfiehlt die STIKO aufgrund der Erkrankungshäufungen im Erwachsenenalter nun auch diesem Personenkreis eine einmalige Impfung, die mit der nächsten Diphtherie-Tetanus-Auffrischung erfolgen sollte, da ein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten nicht mehr auf dem Markt erhältlich ist.

Die Pertussis ist also eine unter Umständen schwer verlaufende Erkrankung, der durch die Schutzimpfung wirksam entgegen gewirkt werden kann. Ausführliche und aktuelle Informationen zum Keuchhusten finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

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Schutzimpfung gegen Pneumokokkeninfektion

Die Pneumokokkeninfektion entsteht durch Einwirkung eines Bakteriums (Streptococcus pneumoniae), das häufig die Schleimhäute des oberen Atemwegstrakts des Menschen und vieler Säugetiere besiedelt.

Das Bakterium ist weltweit verbreitet und konnte bei einer Untersuchung bei 60 % der Vorschulkinder nachgewiesen werden, ohne dass Symptome bestanden. Das Bakterium kann aber unter bestimmten Umständen vom einfachen Besiedler zum krankmachenden Erreger werden und wird dann besonders Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen gefährlich werden. Jährlich sterben weltweit etwa 2 Millionen Menschen an einer durch Pneumokokken verursachten Infektion.

Die Übertragung des Bakteriums kann durch Tröpfcheninfektion erfolgen; meistens befindet er sich aber bereits auf der Schleimhaut und beginnt bei günstiger Gelegenheit von hieraus seine krankmachende Wirkung. Eine solche günstige Gelegenheit ist zum Beispiel ein Immundefekt oder eine Schleimhautschädigung durch andere Faktoren.

Typische Symptome sind Lungenentzündung, Mittelohr- und Nebenhöhlen- sowie Bindehautentzündung. Es kann sich im ungünstigen Fall auch ein septischer Verlauf entwickeln, das ist ein Einbruch der Entzündung in die Blutbahn. Eine weitere schwere Komplikation ist die Hirnhautentzündung. Gelegentlich können auch innere Häute von Herz und Bauchhöhle entzündlich verändert werden.

Die Lungenentzündung äußert sich durch akutes Fieber, Schüttelfrost, Husten, eitrigen Auswurf und Atemnot. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger deutlich, was aber nicht bedeutet, dass der Krankheitsverlauf weniger schwer ist, sondern die Diagnostik ist schwieriger. Spätfolgen der Hirnhautentzündung können z.B. Hirnschäden, Ertaubung oder Sehstörungen sein.

Es ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich. Allerdings gibt es zunehmend Erregerstämme, die gegen einzelne Antibiotika unempfindlich geworden sind.

Die Pneumokokkeninfektion ist also für Säuglinge, Kleinkinder und ältere und chronisch kranke Menschen eine gefährliche Erkrankung. Die Impfempfehlung der STIKO erfolgt in der Hoffnung, dass damit die Krankheitshäufigkeit und die aus der Krankheit resultierenden Folgen wie Behinderung und Tod reduziert werden können. In Anbetracht der Gefährlichkeit der Erkrankung sollte die Impfung möglichst allen Personen verabreicht werden, für die die Impfung öffentlich empfohlen ist.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit! 

 

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Schutzimpfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Die Poliomyelitis ist eine Infektionskrankheit, die durch Polioviren ausgelöst wird. Es werden drei Erregertypen (Typ 1, 2 und 3) unterschieden. Durch weltweit konsequente Impfungen konnte die Erkrankung sehr weit zurück gedrängt werden. Im Juni 2002 wurde Europa von der WHO als poliofrei zertifiziert. Die Erfahrungen der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass es in den Staaten mit geringer Durchimpfungsrate (z.B. Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan) immer wieder zum Aufflackern der Krankheit auch im Sinne einer Epidemie kommt. Im Jahr 2003 breitete sich die Poliomyelitis von einem dieser Staaten in 18 weitere Staaten aus, 2008 konnte ein ähnlicher Verbreitungsweg erneut nachgewiesen werden. Von diesen Quellen ausgehend könnte sich das Virus daher über Fernreisende auch wieder nach Deutschland ausbreiten. Träfe das Virus auf Menschen ohne Impfschutz, würde auch bei uns eine Epidemie entstehen können. Deswegen müssen weiterhin hohe Durchimpfungsraten in der Bevölkerung erreicht werden. 

Die Kinderlähmung wird durch Schmierinfektion übertragen. Erkrankte scheiden das Virus in infektiologisch bedeutsamen Mengen aus dem Darm aus. Da sich das Virus in der Rachenschleimhaut vermehrt, kann kurz nach der Infektion auch eine Tröpfcheninfektion erfolgen.

Die Mehrzahl der Infektionen (> 95 %) verläuft ohne Symptome. Wenn Symptome auftreten, können diese unterschiedliche Schweregrade aufweisen: von kurzzeitigen Phasen von Übelkeit, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen über Nackensteifigkeit (durch Hirnhautentzündung), Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe bis hin zu Muskellähmungen ist jeder Verlauf möglich.

Von besonderer Bedeutung ist auch das sogenannte Postpolio-Syndrom, das Jahre oder Jahrzehnte nach der Erkrankung auftreten kann. Es ist durch Zunahme der Lähmungserscheinungen und Muskelschwund charakterisiert.

Um das Wiederauftreten des Virus in Europa zu verhindern, ist die Aufrechterhaltung einer guten Durchimpfungsrate (>95 % der Bevölkerung) notwendig. Der früher verwendete Schluckimpfstoff, der selbst gelegentlich eine Erkrankung auslösen konnte, ist heute durch einen anderen, inaktivierten Impfstoff abgelöst worden, der gespritzt werden muss. Die Medikamentensicherheit konnte so deutlich verbessert werden.

Eine spezifische Behandlung der Erkrankung ist nicht möglich.

Zum Schutz vor einem neuerlichen Aufflammen der Kinderlähmung in Deutschland ist die Durchführung der Schutzimpfung sinnvoll.

Ausführliche und aktuelle Informationen zur Poliomyelitis finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

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Schutzimpfung gegen Röteln

Röteln ist eine im Allgemeinen milde verlaufende virale Infektion, deren Symptome sich an der Haut und den oberen Atemwegen zeigen.

Die Röteln sind weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt bis 2010 die Ausrottung des Rötelnsyndroms an, das sich bei der Infektion in der Frühschwangerschaft ausbilden kann.

Röteln werden über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Übertragung des Virus von der Schwangeren auf ihr Ungeborenes ist möglich. Sie kann zum Rötelnsyndrom führen, dessen Symptome bei einer Infektion während der Frühschwangerschaft meistens besonders schwer sind. Es kann dann auch zu einer Tot- oder Frühgeburt kommen. 

Typische Symptome sind ein oft blasser Hautausschlag, der nach 1-3 Tagen spontan verschwindet, Kopfschmerzen, leichte Temperaturerhöhung und leichte Erkältungsanzeichen der oberen Luftwege. Komplikationen können als Entzündungen an Gelenk, Mittelohr, Gehirn und am Herzen auftreten.

Rötelnsyndrom bedeutet Schäden am Herzen, den Augen und den Ohren (Taubheit). Weitere Symptome wie geringes Geburtsgewicht, Blutungsneigung in die Haut, Vergrößerung von Leber und Milz, Gehirnentzündung, Herzmuskelentzündung und auffällig kleiner Kopf sind möglich.

Die Behandlung kann lediglich die Symptome lindern.

Die Erreichung einer guten Durchimpfungsrate hilft die Ansteckung Schwangerer zu vermeiden, damit deren Ungeborene gesund zur Welt kommen können.

Ausführliche und aktuelle Informationen zu Röteln finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit! 

 

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Schutzimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf)

Der Wundstarrkrampf ist eine Infektionskrankheit, deren Krankheitssymptome durch ein Toxin (Giftstoff) des Tetanuserregers, Clostridium tetani, ausgelöst wird.

Das Bakterium kommt weltweit vor und befindet sich im Erdreich. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit mehr als eine Million Menschen an Tetanus. Dies ist Folge der mangelnden Durchimpfung der Bevölkerung z.B. in Afrika und Asien. Da die Durchimpfungsrate in Deutschland gut ist, sind Neuerkrankungen selten. In Deutschland waren es in den letzten Jahren weniger als 15 Erkrankungsfälle jährlich. Dies könnte sich aber rasch wieder ändern, wenn die Durchimpfungsrate schlechter würde.

Die Übertragung des Tetanuserregers erfolgt über eine Hautverletzung, z.B. durch Holzsplitter, Nägel oder Dornen an denen der Erreger haftet. Dabei kann es sich auch um eine geringe Hautverletzung handeln; eine offene Wunde ist nicht erforderlich. Unter geeigneten Bedingungen produziert er Toxine, deren Verbreitung innerhalb des Körpers entlang der Nervenbahnen in Richtung hin zum Gehirn erfolgt.

Typische Symptome sind ein erhöhter Muskeltonus (Anspannungszustand) und Muskelkrämpfe. Die Krämpfe können so stark sein, dass es zu Knochenbrüchen an der Wirbelsäule kommt. Dabei ist das Bewusstsein erhalten. Der Körper befindet sich in einer überstreckten Haltung. Charakteristisch ist ein eigenartiger Gesichtsausdruck, der wie ein verzerrtes Lächeln aussieht. Häufig ist auch eine Kieferklemme vorhanden, eventuell zusätzlich Schluckstörungen. Komplikationen an den Atemwegen und am Kreislaufsystem sind zu erwarten. Die Sterberate liegt bei 10-20 % bei moderner Intensivtherapie. Es gibt auch eine schwächer ausgeprägte Verlaufsform sowie Erkrankungen des Neugeborenen, die auftreten können, wenn keine mütterlichen Abwehrstoffe als sogenannter Nestschutz mitgegeben wurde.

Die Behandlung muss schnellstmöglich erfolgen und umfasst zum einen eine gründliche chirurgische Wundbehandlung sowie eine medikamentöse Behandlung. Meistens ist eine intensivmedizinische Betreuung (Beatmung, Mitbehandlung des Herzens) erforderlich.

Der Tetanus ist also eine gefährliche Erkrankung, die schon durch geringe Verletzungen erworben werden kann. Das Auftreten dieser Erkrankung in Deutschland kann verhindert werden, wenn die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung hoch ist. In Anbetracht der Gefährlichkeit der Krankheit und der guten Verträglichkeit des Impfstoffes sollte die Impfung möglichst allen Personen verabreicht werden, für die die Impfung öffentlich empfohlen ist.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Website des Robert Koch Instituts oder bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit! 

 

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Schutzimpfung gegen Varizellen (Windpocken)

Als Windpocken wird eine Infektion bezeichnet, die Haut- und Schleimhäute befällt und vom Varicella- Zoster-Virus ausgelöst wird.

Die Varizellen sind weltweit verbreitet. Ein hoher Anteil der deutschen Bevölkerung trägt den Keim nach der Erkrankung in sich (Endemie). Zum Ausbruch einer Zweiterkrankung (Gürtelrose/Herpes zoster) kann es lebenslang kommen, häufig im Alter, wenn der Körper allgemein geschwächt ist.

Der Krankheitserreger ist höchst ansteckend. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion, durch Schmierinfektion (über den Inhalt der Hautbläschen oder Kontakt mit den Krusten) oder in seltenen Fällen von der Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind übertragen.

Typische Symptome sind am Anfang ein juckender Hautausschlag mit Fieber (meistens unter 39° C). Der Hautausschlag besteht zunächst aus kleinen Knötchen, diese sich dann zu Bläschen umwandeln und dann verschorfen. Er beginnt meistens am Körperstamm oder im Gesicht und breitet sich dann über den Körper aus. Typischerweise sind auch der behaarte Kopf und die Schleimhäute mitbetroffen. Bei Neugeborenen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Neurodermitis können schwere Verlaufsformen vorkommen. Todesfälle infolge Windpocken sind beschrieben.

Komplikationen sind bakterielle Entzündungen der Hautläsionen, eine schwere Lungenentzündung, Beeinträchtigungen der Gehirnfunktion bis hin zu Entzündungen von Hirnhaut und Gehirn. Aber auch Herz, Nieren, Leber, Gelenke und Augen können von dem Virus befallen werden.  Bei Kindern, die sich während der frühen Schwangerschaft infiziert haben, können Veränderungen der  Haut, des Skeletts und der Augen sowie Hirnschäden, Lähmungen oder ein Krampfleiden entstehen. Bei Neugeborenen können die Windpocken besonders schwer verlaufen (Sterberate 30 %). Bei Erwachsenen sind Komplikationen häufiger zu erwarten als bei Kindern.

Die Therapie orientiert sich an den Symptomen (sorgfälltige Hautpflege, Juckreiz stillende Lotion).

Die Windpocken sind eine für Neugeborene und Schwangere sehr ernste Erkrankung, der durch eine Schutzimpfung entgegen gewirkt werden kann.

Seit 2004 hat die STIKO daher die einmalige Impfung gegen Varizellen im Kindesalter empfohlen. Die anschließende Beobachtung der Häufigkeiten von Varizellenerkrankungen hat gezeigt, dass es trotz Impfung häufiger als erwartet zum Ausbruch von Erkrankungen gekommen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben Hinweise darauf ergeben, dass die Anzahl dieser sogenannten Durchbruchserkrankungen durch eine zweimalige Varizellenimpfung reduziert werden kann.

Seit 2009 empfiehlt die STIKO eine zweite Varizellenimpfung im Alter von 15 bis 23 Lebensmonaten und – je nach Impfstoff – in einem Mindestabstand von 4 bis 6 Wochen zur ersten Impfung. Die ausführliche Begründung für die Empfehlung einer zweiten Varizellenimpfung können Sie hier nachlesen. 

Weitere ausführliche und aktuelle Informationen zu den Windpocken und der öffentlichen Empfehlung der Schutzimpfung finden Sie auf der Website des Robert Koch Instituts.

Nach der Impfung können u.a. Allgemeinsymptome auftreten wie leichte Schmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Hierüber informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Rahmen der Impfung. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass zur Impfung mit!

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