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Startseite > „Kinder brauchen Zuversicht“ – Verabschiedung von Karl-Ludwig Küster
02.07.2012 | Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neuwied

„Kinder brauchen Zuversicht“ – Verabschiedung von Karl-Ludwig Küster

Unter dem Motto „Kinder brauchen Zuversicht“, fand am 19. Juni 2012 die Verabschiedung des langjährigen Leiters der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neuwied, Karl-Ludwig Küster, statt. Neben allen Schülerinnen und Schülern, Kindern der Kindertagesstätte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gesamten Einrichtung waren zahlreiche Gäste aus dem ganzen Land nach Neuwied gekommen, um Karl-Ludwig Küster im Rahmen einer Feierstunde in der Aula in den Ruhestand zu verabschieden.
Mann mit Schürze am Mikrofon

Kalr-Ludwig Küster als Grillmeister

Herr spricht am Redepult

Präsident Werner Keggenhoff bei seiner Dankesrede

Für den Schulträger und als Hausherr der Landesschule begrüßte der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Werner Keggenhoff, die anwesenden Gäste, dabei im Besonderen die Vertreter der Politik wie Landrat Rainer Kaul und den Beigeordneten der Stadt Neuwied, Jürgen Moritz, die Leitende Regierungsschuldirektorin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Koblenz sowie ihre Vorgänger, den Vorsitzenden des Bezirkspersonalrates im LSJV, den Vorsitzenden des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Rheinland-Pfalz, Vertreter benachbarter Schulen, der Kirchen und weiterer kooperierender Einrichtungen und Behörden sowie weitere Gäste, die der Landesschule in vielfältiger Weise verbunden sind.

Herr Präsident Keggenhoff sprach Herrn Küster seinen ausdrücklichen Dank für die gute Zusammenarbeit aus, stellte sein hohes Engagement für Schule, Internat und alle anderen Bereiche der Landesschule sowie die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen dar. Darüber hinaus zollte er dem über die tägliche Arbeit hinaus gehenden hohen ehrenamtlichen Engagement höchsten Respekt. Karl-Ludwig Küsters Engagement und seine Verdienste im Vorstand des Vereins zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder reichen sogar bis nach Peru in Südamerika. Er ist u. a. mitverantwortlich für den Bau einer südamerikaweit bekannten Modellschule für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in Cusco. Er ist Mitgründer der Förder- und Wohnstätte für Schwerstbehinderte in Kettig, die in ihrer Weiterentwicklung mittlerweile ebenfalls Modellcharakter gewonnen hat. Eines der letzten großen Projekte, die Herr Küster maßgeblich mit initiieren konnte, war die zweijährige Modernisierung des Sportgebäudes der Landesschule mit Wiederinbetriebnahme am 26.09.2011.

Eröffnet wurde die Feierstunde durch die musikalische Begrüßung der Kinder der integrativen Kindertagesstätte: „Unsere Kita hat keine Segel“. Jeder Bereich bzw. jede Abteilung der großen Landesschule hatte einen Beitrag vorbereitet und einstudiert: Der Singkreis der Abteilung ganzheitliche Entwicklung (der größten Schulabteilung der Landesschule) führte einen Rundgesang auf, der sowohl Tanzelemente auf der Bühne als auch die entsprechende musikalische Begleitung beinhaltete. Die Kinder der Primarstufe präsentierten eine quirlige Troika und ernteten hierfür ebenfalls großen Beifall.

Die Leitende Schuldirektorin Dr. Ingeborg Thümmel würdigte dann die schulischen und ehrenamtlichen Verdienste Karl-Ludwig Küsters im Laufe seiner über vierzigjährigen Dienstzeit.

Frau Dr. Thümmel dankte Karl-Ludwig Küster für seinen großen Einsatz im Schul- und Landesdienst (im Dezember 2011 feierte er sein vierzigjähriges Dienstjubiläum) und überreichte ihm die Urkunde der Bildungsministerin Doris Ahnen. Mit Karl-Ludwig Küster geht ein hochverdienter Fachmann in den Ruhestand, der mit seiner Härtnäckigkeit und seiner fachlichen Kompetenz zu überzeugen wusste, so Frau Dr. Thümmel in ihrer Dankesrede.

Im Anschluss daran wurde es sehr festlich und feierlich, denn vom Orchester der Bildungsgänge Berufsreife und Förderschwerpunkt Lernen wurde Pomp and Circumstance aufgeführt, ein Marsch aus England, der zur Krönung König Edward XII. aufgeführt wurde und bei dessen Aufführung sich in England alle Zuschauer erheben.

Eine Internatsgruppe hatte eigens zur Verabschiedung Herrn Küsters – der im Übrigen ein großer Feinschmecker und Genießer ist – einen „Suppentanz“ kreiert und präsentierte diesen zusammen mit der Überreichung des Rezeptes der Suppe: „.. für Herrn Küster“.

Eine weitere Gruppe von Kindern und Jugendlichen hatte sich die Arbeit und Freude gemacht, das irische Segenslied zu Ehren Herrn Küsters – des geborenen Rheinländers - „op Kölsch“ zu singen.

Zwischen den einzelnen exzellenten und hervorragend präsentierten Darbietungen der Schülerinnen und Schüler zollten Landrat Rainer Kaul und Wolfgang Krause, Landesvorsitzender des DPWV, Herrn Küster ihren Dank und die Anerkennung seiner Arbeit. Erst vor kurzem war Herr Küster vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband für seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten mit der goldenen Ehrenmedaille des Verbandes ausgezeichnet worden. Nicht umsonst, so Wolfgang Krause, hatte Karl-Ludwig Küster den Beinamen „Löwenherz“, weil er wie ein Löwe um das gekämpft habe, was er für richtig erkannt hatte.

Diese Laudationes setzten Schüler des Internates hoch modern in einen Rap um, den K(üster) – Rap. Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule und Auszubildenden zum Bürsten- und Pinselmacher zeigten in ihrem Besentanz, dass man mit Besen nicht nur gut kehren, sondern auch hervorragend steppen kann. Nachdem Karl-Ludwig Küster sehr viele hausgemachte Besen zu verschiedenen Anlässen verschenkt hat, bekam er heute als Dank ebenfalls einen Besen mit seinem Namen als Geschenk.

In seiner Rede zog Karl-Ludwig Küster dann ein Resümee seiner 38 Jahre an der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte, an der er sehr gerne und mit viel Herz gearbeitet habe. Er nahm die UN-Konvention von 2009 zum Anlass, um sich mit deren Umsetzung und gegenwärtigen Praxis kritisch auseinanderzusetzen. Unter der Perspektive seines Mottos „Kinder brauchen Zuversicht“ skizzierte er die Bedeutung der jeweiligen Bereiche der Landesschule von der Frühförderung über die Kindertagesstätte, die Eigenständigkeit des Internates und die Wichtigkeit des Ausbaus der ambulanten Beratung und Unterstützung für blinde und sehbehinderte Schüler. In Bezug auf den Besuch einer Förderschule oder „Regelschule“ wünsche er sich Wahlfreiheit für die Eltern.

Eine gelungene Überraschung war die Überreichung eines neuen („alten“) Fahrrades durch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung, stellvertretend präsentiert durch die beiden Personalräte. Mit dem Lied „Nie mehr Ärger…. werd Rentner!“ verabschiedete der Mitarbeiterchor Karl-Ludwig Küster in die Rente. Mit Minuten langen standing ovations wurde er in sein Rentnerdasein zum Ende des Schuljahres verabschiedet.

Eine weitere Überraschung wartete in der wunderschön geschmückten, als Festsaal hergerichteten Turnhalle. Hierzu hatten unterschiedliche Klassen, Internatsgruppen, die Kita und alle anderen Abteilungen des Hauses für ein leckeres süßes Büfett gesorgt, deren einzelne Rezepte Karl-Ludwig Küster jetzt im Laufe seines Rentnerdaseins selbst ausprobieren kann.

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