

Schöne Räume im Schloss Bellevue

Prof. Dr. Hans Bertram, Bettina Wulff, Dr. Jürgen Heraeus, Moderatorin Dunja Hayali (Quelle: Pressemitteilung UNICEF)
Nach strenger Einlasskontrolle – ähnlich den Kontrollen am Flughafen – durfte ich das Schloss Bellevue betreten. Bevor man den Saal erreichte, in dem sich die Veranstaltung abspielte, wurde man durch einige beeindruckend gestaltete Räume geführt. Zahlreiche Gäste waren erschienen und auch die Presse war gut vertreten, was die Aufregung weiter ansteigen ließ.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der neu veröffentlichte UNICEF-Bericht zur Lage von Kindern in Deutschland 2011/2012. Nach einer Einführung von Frau Wulff ergriffen der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus, und Prof. Dr. Hans Bertram, der die Studie zusammen mit seinem Forscherteam der Humboldt-Universität Berlin erarbeitet hat, das Wort. Der Studie wurden sechs verschiedene Dimensionen von kindlichem Wohlbefinden zugrunde gelegt. Besonders wichtig war den Forschern, wie Kinder in Deutschland selbst ihr Wohlbefinden einschätzen, was bei europaweiten Beobachtungen meist vernachlässigt wird. Rheinland-Pfalz schnitt gut ab und belegte im Vergleich der Bundesländer insgesamt den dritten Platz. Bei dem wichtigen Merkmal des subjektiven Wohlbefindens von Kindern steht Rheinland-Pfalz sogar auf Platz eins.
Den zweiten Teil der Veranstaltung bildete eine Gesprächsrunde mit Expertinnen und Experten aus der Praxis, darunter eine Familienhebamme, die Leiterin eines Kinder- und Familienzentrums und ein Unternehmer. Letzterer ist Gründer eines Versandhandels, der mit dem Audit „berufundfamilie“ ausgezeichnet ist und als besonders arbeitnehmerfreundlich gilt. Rund 90 Prozent seiner Mitarbeitenden sind Frauen. Sein Unternehmen bietet neben flexiblen Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsmöglichkeiten auch Waschmaschine und Trockner. Die Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden sieht er bei seiner Unternehmensstrategie als enormen Wettbewerbsvorteil.
Weiterhin thematisiert wurden die Kinderrechte und die Frage nach der Aufnahme ins Grundgesetz, das Bundeskinderschutzgesetz und die besonderen Herausforderungen für alleinerziehende Mütter und Väter.
Insgesamt war es eine sehr interessante und gelungene Veranstaltung, deren Inhalte sowohl für die Bundesebene als auch für Rheinland-Pfalz bedeutsam sind.
